CO₂-Dauertest richtig verwenden und ablesen

CO₂-Dauertest richtig verwenden und ablesen

Ein CO₂-Dauertest gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, die Kohlendioxidversorgung eines bepflanzten Aquariums dauerhaft im Blick zu behalten. Mit einem kurzen Blick auf die Farbe der Testlösung lässt sich erkennen, ob zu wenig, ausreichend oder möglicherweise zu viel CO₂ im Wasser vorhanden ist.

Ganz so einfach wie „grün ist gut“ ist es allerdings nicht. Die verwendete Indikatorlösung, die Position des Tests und vor allem seine verzögerte Reaktion spielen eine wichtige Rolle.

In diesem Ratgeber erklären wir, wie ein CO₂-Dauertest funktioniert, wo du ihn im Aquarium anbringen solltest und wie du seine Farbe richtig interpretierst.

Was ist ein CO₂-Dauertest?

Ein CO₂-Dauertest – häufig auch als Dropchecker bezeichnet – ist ein kleines Testgefäß, das dauerhaft im Aquarium angebracht wird.

Im Inneren befindet sich eine spezielle Indikatorlösung. Zwischen dieser Lösung und dem Aquarienwasser befindet sich eine Luft- beziehungsweise Gasblase. Das CO₂ aus dem Aquarienwasser gelangt über den Gasaustausch in den Test und beeinflusst dort den pH-Wert der Indikatorlösung.

Dadurch verändert die Flüssigkeit ihre Farbe und ermöglicht eine einfache Einschätzung der im Wasser vorhandenen CO₂-Konzentration.

Das Aquarienwasser sollte bei dafür vorgesehenen gebrauchsfertigen Dauertestlösungen nicht direkt mit der Indikatorlösung vermischt werden. Die Trennung durch die Luftkammer ist ein wesentlicher Bestandteil des Messprinzips.

Welche Farbe sollte der CO₂-Dauertest haben?

Bei den meisten CO₂-Dauertests wird eine Indikatorlösung verwendet, deren Farbe sich abhängig vom CO₂-Gehalt verändert.

Typischerweise gilt:

Farbe Bedeutung Was tun?
Blau wenig CO₂ CO₂-Versorgung und Verteilung prüfen
Grün Zielbereich der verwendeten Testlösung Einstellung zunächst beibehalten
Gelb bis gelbgrün hoher CO₂-Gehalt CO₂-Zugabe kontrollieren und gegebenenfalls reduzieren

Wichtig ist jedoch: Grün bedeutet nicht bei jeder Indikatorlösung exakt denselben CO₂-Wert.

Es gibt beispielsweise Lösungen, deren grüner Bereich auf ungefähr 20 mg/l CO₂ abgestimmt ist, und andere Lösungen, die bei ungefähr 30 mg/l grün anzeigen.

Deshalb solltest du immer wissen, welche Indikatorlösung du verwendest und welchen Zielwert der Hersteller dafür angibt.

Wie viel CO₂ ist im Aquarium sinnvoll?

Der ideale CO₂-Gehalt hängt von den gepflegten Pflanzen, der Beleuchtung und dem gesamten Aquarium ab.

Für viele gut bepflanzte Aquarien ist ein Bereich von ungefähr 20 bis 25 mg/l CO₂ ein sinnvoller Orientierungswert. Anspruchslose Pflanzen können jedoch bereits mit deutlich niedrigeren Konzentrationen gut wachsen, während anspruchsvollere und stark beleuchtete Pflanzenaquarien einen höheren CO₂-Bedarf haben können.

Ein bestimmter Wert sollte deshalb niemals blind angestrebt werden. Ziel ist eine ausreichend hohe und möglichst stabile Versorgung der Pflanzen, ohne unnötig viel CO₂ einzuleiten oder die Aquarienbewohner zu belasten.

20-mg/l- oder 30-mg/l-Indikatorlösung?

Bei separat erhältlichen Dauertestlösungen findest du häufig Angaben wie 20 mg/l oder 30 mg/l.

Diese Zahl gibt vereinfacht gesagt an, bei welcher CO₂-Konzentration die Lösung den vorgesehenen grünen Zielbereich anzeigt.

20-mg/l-Lösung

Eine auf ungefähr 20 mg/l abgestimmte Lösung eignet sich sehr gut als konservativer Zielbereich für viele normale Pflanzenaquarien.

30-mg/l-Lösung

Eine 30-mg/l-Lösung wird häufig in stärker bepflanzten Aquarien und Aquascapes verwendet, in denen bewusst eine höhere CO₂-Konzentration angestrebt wird.

Welche Lösung sinnvoller ist, hängt deshalb vom Aquarium und dem gewünschten Zielwert ab.

Wichtig: Die Farbangaben und Zielwerte des jeweiligen Herstellers haben immer Vorrang.

Wo sollte der CO₂-Dauertest angebracht werden?

Die Position des Dauertests ist wichtig, denn er soll möglichst repräsentativ anzeigen, wie gut das CO₂ im Aquarium verteilt wird.

Der Test sollte:

  • vollständig im Aquarium hängen,
  • an einer gut durchströmten Stelle sitzen,
  • gut sichtbar sein,
  • nicht unmittelbar im Blasenstrom des Diffusors hängen.

Eine praktische Position befindet sich häufig auf der gegenüberliegenden Seite des CO₂-Diffusors.

Dadurch lässt sich gleichzeitig kontrollieren, ob das eingeleitete CO₂ durch die Wasserströmung tatsächlich im gesamten Aquarium verteilt wird.

Warum sollte der Dauertest nicht direkt neben dem Diffusor sitzen?

Direkt über einem CO₂-Diffusor steigen viele kleine CO₂-Blasen auf. Sitzt der Dauertest unmittelbar in diesem Bereich, kann er Bedingungen anzeigen, die nicht repräsentativ für das restliche Aquarium sind.

Viel wichtiger ist zu wissen, ob auch in weiter entfernten Bereichen genügend CO₂ ankommt.

Ein grüner Dauertest direkt neben dem Diffusor hilft wenig, wenn die andere Seite des Aquariums schlecht durchströmt ist und dort deutlich weniger CO₂ vorhanden ist.

Wie lange braucht ein CO₂-Dauertest zum Reagieren?

Ein sehr wichtiger Punkt: Ein CO₂-Dauertest reagiert nicht sofort.

Das CO₂ muss zunächst zwischen Aquarienwasser, Luftkammer und Indikatorlösung ins Gleichgewicht gelangen. Dieser Vorgang benötigt Zeit.

Abhängig von Bauform, Indikatorlösung und Strömung kann die Reaktion ungefähr 1 bis 2 Stunden dauern. Bei manchen Permanenttests kann die Anzeige noch stärker verzögert sein.

Wenn du beispielsweise die CO₂-Zugabe erhöhst, darfst du deshalb nicht erwarten, dass der Dauertest bereits fünf oder zehn Minuten später seine endgültige Farbe zeigt.

Der häufigste Fehler: zu schnell nachregeln

Genau durch die verzögerte Reaktion entsteht einer der häufigsten Fehler beim Einstellen einer CO₂-Anlage.

Ein Beispiel:

  1. Der Dauertest ist blau.
  2. Die CO₂-Zugabe wird erhöht.
  3. Nach 15 Minuten ist der Test immer noch blau.
  4. Das Feinnadelventil wird erneut weiter geöffnet.
  5. Eine halbe Stunde später wird nochmals nachgeregelt.

Währenddessen zeigt der Dauertest möglicherweise noch immer den CO₂-Zustand von vor der ersten Veränderung an.

Einige Zeit später wirken alle vorgenommenen Erhöhungen gleichzeitig – und aus einer ursprünglich zu niedrigen Dosierung kann eine deutlich zu hohe CO₂-Zufuhr werden.

Deshalb gilt: CO₂ nur in kleinen Schritten verändern und anschließend ausreichend lange warten.

Warum ist der Dauertest morgens häufig blau?

Wird eine CO₂-Anlage nachts über ein Magnetventil abgeschaltet, sinkt die CO₂-Konzentration während der Dunkelphase allmählich ab.

Ein blauer oder blaugrüner Dauertest am frühen Morgen ist deshalb nicht automatisch ein Problem.

Entscheidend ist vielmehr, ob zu Beginn beziehungsweise während der frühen Beleuchtungsphase ausreichend CO₂ zur Verfügung steht.

Aus diesem Grund wird die CO₂-Anlage bei vielen Aquarien bereits vor dem Einschalten der Beleuchtung gestartet.

Wann sollte der Dauertest grün sein?

Idealerweise erreicht die CO₂-Konzentration ihren gewünschten Bereich bereits zu Beginn beziehungsweise früh während der Beleuchtungsphase und bleibt anschließend möglichst stabil.

Wenn der Dauertest erst kurz vor dem Ausschalten der Beleuchtung grün wird, kann die CO₂-Anlage zu spät eingeschaltet werden oder die Dosierung beziehungsweise Verteilung noch nicht optimal sein.

Da der Dauertest zeitverzögert reagiert, muss seine Anzeige jedoch immer mit dieser Verzögerung interpretiert werden.

Warum bleibt mein CO₂-Dauertest blau?

Ein dauerhaft blauer Dauertest muss nicht automatisch bedeuten, dass lediglich mehr CO₂ zugeführt werden muss.

Mögliche Ursachen sind:

  • zu geringe CO₂-Zugabe
  • undichte CO₂-Leitungen oder Anschlüsse
  • ungeeigneter oder verschmutzter Diffusor
  • zu geringer Arbeitsdruck für den verwendeten Diffusor
  • ungünstige Position des Diffusors
  • schlechte Strömungsverteilung
  • sehr starke Oberflächenbewegung
  • falsche oder alte Indikatorlösung
  • falsch befüllter Dauertest

Bevor die CO₂-Zufuhr stark erhöht wird, solltest du deshalb zunächst kontrollieren, ob das vorhandene CO₂ effizient gelöst und im Aquarium verteilt wird.

Warum wird der Dauertest gelb?

Ein gelber beziehungsweise deutlich gelbgrüner Dauertest weist bei den meisten Systemen auf einen hohen CO₂-Gehalt hin.

In diesem Fall sollte zunächst die CO₂-Zugabe überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.

Besonders wichtig ist die Beobachtung der Tiere. Zeigen Fische oder Wirbellose ungewöhnliches Verhalten, muss sofort gehandelt werden.

Mögliche Warnzeichen können beispielsweise sein:

  • ungewöhnlich schnelle Atmung
  • Fische halten sich verstärkt an der Oberfläche auf
  • auffällige Unruhe
  • ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit

Bei Verdacht auf eine deutliche CO₂-Überdosierung sollte die CO₂-Zufuhr gestoppt und die Oberflächenbewegung beziehungsweise Belüftung erhöht werden.

Wie wird ein CO₂-Dauertest richtig befüllt?

Die genaue Befüllung hängt vom verwendeten Modell ab. Deshalb solltest du grundsätzlich die Anleitung des Herstellers beachten.

Bei gebrauchsfertigen Dauertestlösungen wird normalerweise eine kleine Menge der Lösung direkt in das Testgefäß gegeben.

Anschließend wird der Dauertest so gedreht beziehungsweise im Aquarium befestigt, dass die Indikatorlösung im Test bleibt und zwischen Aquarienwasser und Testlösung eine Luftkammer bestehen bleibt.

Die Indikatorlösung sollte nicht aus dem Test herauslaufen und sich nicht mit dem Aquarienwasser vermischen.

Darf man Aquarienwasser zur Testlösung geben?

Das hängt vom verwendeten Testsystem ab.

Moderne gebrauchsfertige CO₂-Indikatorlösungen sind so zusammengesetzt, dass sie direkt verwendet werden und nicht mit Aquarienwasser verdünnt werden sollten.

Das hat einen wichtigen Vorteil: Andere im Aquarium vorhandene Stoffe, beispielsweise Huminstoffe oder zusätzliche Säuren, beeinflussen die Messung dann deutlich weniger beziehungsweise gar nicht.

Bei älteren oder anders aufgebauten Testsystemen können die Hersteller andere Vorgehensweisen vorgeben. Deshalb sollte hier niemals pauschal improvisiert werden.

Wie oft sollte die Dauertestlösung gewechselt werden?

Die Indikatorlösung hält nicht unbegrenzt. Mit der Zeit kann sie altern, verschmutzen oder durch kleinste Mengen Aquarienwasser beeinflusst werden.

Wie häufig sie ersetzt werden sollte, hängt vom verwendeten Produkt ab. Die Wechselintervalle des jeweiligen Herstellers sind deshalb maßgeblich.

Unabhängig davon sollte die Lösung erneuert werden, wenn:

  • sie verschmutzt ist,
  • sie ungewöhnlich blass geworden ist,
  • Aquarienwasser in den Test gelangt ist,
  • die Anzeige offensichtlich nicht mehr plausibel reagiert.

Glas- oder Kunststoff-Dauertest?

Das Funktionsprinzip ist grundsätzlich dasselbe. Die Entscheidung ist hauptsächlich eine Frage von Optik, Handhabung und Ablesbarkeit.

Dauertest aus Glas

Ein Glas-Dauertest wirkt sehr unauffällig und fügt sich besonders gut in Aquascapes und offene Pflanzenaquarien ein.

Dauertest aus Kunststoff

Kunststoffmodelle sind häufig robuster und können durch einen hellen beziehungsweise weißen Hintergrund besonders einfach abzulesen sein.

Für die Messqualität ist weniger das Material des Behälters als vielmehr die richtige Testlösung und korrekte Anwendung entscheidend.

Dauertest oder Berechnung über pH und KH?

Zwischen CO₂-Gehalt, pH-Wert und Karbonathärte besteht ein chemischer Zusammenhang. Deshalb lässt sich der theoretische CO₂-Gehalt auch anhand von pH und KH berechnen beziehungsweise aus einer Tabelle ablesen.

Diese Berechnung funktioniert jedoch nur zuverlässig, wenn der pH-Wert hauptsächlich durch das Kohlensäure-Karbonat-System bestimmt wird.

Andere Säuren und Stoffe im Wasser – beispielsweise Huminstoffe, Torf oder bestimmte Wasserzusätze – können den pH-Wert ebenfalls beeinflussen und dadurch die Berechnung verfälschen.

Ein Dauertest mit einer geeigneten separaten Indikatorlösung umgeht viele dieser Einflüsse und ist deshalb für die tägliche Kontrolle besonders praktisch.

Dauertest oder CO₂-Direktmessung?

Beide Methoden haben unterschiedliche Vorteile.

Der CO₂-Dauertest bietet eine permanente und sehr einfache optische Kontrolle. Sein Nachteil ist die zeitliche Verzögerung.

Ein geeigneter CO₂-Direkttest kann dagegen den aktuellen CO₂-Gehalt einer Wasserprobe wesentlich schneller bestimmen.

Für die normale tägliche Kontrolle reicht ein korrekt verwendeter Dauertest in vielen Pflanzenaquarien vollkommen aus.

Häufige Fehler beim CO₂-Dauertest

Dauertest direkt über dem Diffusor

Der Test soll einen repräsentativen Bereich des Aquariums anzeigen und sollte deshalb nicht unmittelbar von aufsteigenden CO₂-Blasen getroffen werden.

Nach wenigen Minuten nachregeln

Ein Dauertest reagiert verzögert. Nach Änderungen der CO₂-Zufuhr muss ausreichend lange gewartet werden.

Falsche Indikatorlösung verwenden

Eine beliebige pH-Testflüssigkeit ist nicht automatisch für einen CO₂-Dauertest geeignet. Verwende eine dafür vorgesehene Indikatorlösung.

20- und 30-mg/l-Lösung verwechseln

Bei beiden Lösungen kann Grün der gewünschte Bereich sein – aber eben bei unterschiedlichen CO₂-Konzentrationen.

Aquarienwasser zur gebrauchsfertigen Lösung geben

Wenn der Hersteller eine gebrauchsfertige Lösung vorgibt, darf sie nicht eigenständig mit Aquarienwasser verdünnt werden.

Nur nach der Farbe dosieren und Tiere ignorieren

Ein Dauertest ist ein Hilfsmittel. Das Verhalten von Fischen, Garnelen und anderen Aquarienbewohnern muss bei jeder CO₂-Einstellung ebenfalls berücksichtigt werden.

CO₂-Dauertest richtig verwenden – kurz zusammengefasst

  1. Geeignete CO₂-Indikatorlösung auswählen.
  2. Dauertest nach Herstellerangabe befüllen.
  3. Darauf achten, dass die notwendige Luftkammer bestehen bleibt.
  4. Test an einer gut durchströmten Stelle befestigen.
  5. Nicht direkt neben oder über dem Diffusor platzieren.
  6. CO₂-Anlage zunächst moderat einstellen.
  7. Auf die verzögerte Reaktion des Tests achten.
  8. Nur kleine Änderungen an der CO₂-Zufuhr vornehmen.
  9. Farbe über den gesamten Beleuchtungszeitraum beobachten.
  10. Das Verhalten der Aquarienbewohner immer mit berücksichtigen.

 

Fazit: Der Dauertest macht die CO₂-Einstellung sichtbar

Ein CO₂-Dauertest ist ein einfaches und sehr hilfreiches Werkzeug für jedes Aquarium mit CO₂-Düngung. Er zeigt auf einen Blick, ob die Kohlendioxidversorgung grundsätzlich im gewünschten Bereich liegt, und hilft dabei, Veränderungen über den Tagesverlauf zu erkennen.

Für eine zuverlässige Aussage müssen jedoch die richtige Indikatorlösung, eine sinnvolle Position im Aquarium und die zeitverzögerte Reaktion berücksichtigt werden.

Statt ständig am Feinnadelventil nachzuregeln, solltest du kleine Veränderungen vornehmen und dem Test genügend Zeit geben. Noch wichtiger als ein bestimmter Farbton ist dabei immer das Gesamtbild aus gesunden Pflanzen, stabilen Bedingungen und unauffälligem Verhalten der Aquarienbewohner.