Eine CO₂-Anlage versorgt Wasserpflanzen während der Beleuchtungsphase mit zusätzlichem Kohlendioxid. Doch was passiert nachts? Muss das CO₂ rund um die Uhr weiterlaufen oder sollte die Anlage ausgeschaltet werden?
Bei Druckgas-CO₂-Anlagen ist eine Nachtabschaltung in den meisten Pflanzenaquarien eine sinnvolle Ergänzung. Sie spart CO₂ und verhindert, dass während der Dunkelphase unnötig zusätzliches Kohlendioxid ins Aquarium gelangt.
In diesem Ratgeber erklären wir, warum eine CO₂-Nachtabschaltung sinnvoll ist, wie ein Magnetventil funktioniert und wann die CO₂-Zufuhr am besten ein- und ausgeschaltet wird.
Warum brauchen Pflanzen nachts weniger zusätzliches CO₂?
Wasserpflanzen benötigen CO₂ vor allem für die Photosynthese. Dabei nutzen sie Lichtenergie, um aus Kohlendioxid und Wasser energiereiche organische Verbindungen aufzubauen.
Ohne Licht findet diese Photosynthese nicht statt. Während der Dunkelphase wird deshalb kein zusätzliches CO₂ für diesen Prozess benötigt.
Gleichzeitig betreiben Pflanzen jedoch – genau wie Tiere und viele Mikroorganismen – weiterhin Zellatmung. Dabei wird Sauerstoff verbraucht und CO₂ freigesetzt.
Wird während der gesamten Nacht zusätzlich CO₂ aus einer Druckgas-Anlage eingeleitet, kann sich deshalb mehr Kohlendioxid im Wasser ansammeln, obwohl die Pflanzen es zu diesem Zeitpunkt nicht für die Photosynthese nutzen.
Was ist eine CO₂-Nachtabschaltung?
Eine CO₂-Nachtabschaltung unterbricht die Gaszufuhr automatisch während der Dunkelphase.
Dafür wird bei einer klassischen Druckgas-Anlage ein elektrisches Magnetventil verwendet.
Das Magnetventil sitzt in der CO₂-Leitung beziehungsweise ist bei manchen Druckminderern bereits integriert. Wird es mit Strom versorgt, öffnet es die Gaszufuhr. Wird die Stromversorgung unterbrochen, schließt das Ventil bei den üblichen dafür vorgesehenen stromlos geschlossenen Modellen automatisch.
Die CO₂-Anlage selbst bleibt dabei aufgebaut und eingestellt. Das Feinnadelventil muss nicht jeden Abend neu zugedreht und am nächsten Morgen erneut eingestellt werden.
Welche Vorteile hat eine CO₂-Nachtabschaltung?
Eine automatische Nachtabschaltung bietet mehrere Vorteile:
- weniger unnötiger CO₂-Verbrauch
- längere Laufzeit der CO₂-Flasche
- keine dauerhafte zusätzliche CO₂-Zufuhr während der Dunkelphase
- automatischer Betrieb ohne tägliches manuelles Eingreifen
- einmal gefundene Einstellung des Feinnadelventils bleibt erhalten
- einfache Kombination mit Zeitschaltuhr oder Aquariumsteuerung
Gerade bei einer größeren CO₂-Flasche fällt die Ersparnis nicht sofort auf. Über längere Zeit kann eine Nachtabschaltung jedoch einen erheblichen Teil des ansonsten nachts verbrauchten CO₂ einsparen.
Ist eine CO₂-Nachtabschaltung zwingend notwendig?
Nein. Ein Aquarium kann grundsätzlich auch ohne automatische Nachtabschaltung betrieben werden.
Bei einer klassischen Druckgas-Anlage ist sie jedoch in den meisten Fällen sehr sinnvoll.
Wenn während der Dunkelphase keine Photosynthese stattfindet, bringt eine kontinuierliche zusätzliche CO₂-Zufuhr für das Pflanzenwachstum kaum einen Vorteil.
Gleichzeitig kann die CO₂-Konzentration während der Nacht ansteigen. Deshalb ist es sinnvoller, die Druckgas-Zufuhr gezielt auf den Zeitraum abzustimmen, in dem die Pflanzen das zusätzliche CO₂ tatsächlich nutzen können.
Wie funktioniert ein CO₂-Magnetventil?
Ein Magnetventil ist ein elektrisch betätigtes Ventil, das den CO₂-Fluss öffnet oder schließt.
Bei vielen für Aquarien vorgesehenen Modellen gilt:
- Strom an: CO₂ kann durch das Ventil strömen.
- Strom aus: das Ventil schließt und unterbricht die CO₂-Zufuhr.
Dieses Prinzip wird als stromlos geschlossen bezeichnet. Es hat den Vorteil, dass die CO₂-Zufuhr auch bei einem Stromausfall automatisch unterbrochen wird.
Ob ein bestimmtes Magnetventil tatsächlich stromlos geschlossen arbeitet, sollte jedoch immer anhand der Herstellerangaben geprüft werden.
Wo wird das Magnetventil eingebaut?
Das Magnetventil wird auf der Niederdruckseite der CO₂-Anlage eingesetzt – also nachdem der hohe Flaschendruck durch den Druckminderer reduziert wurde.
Je nach System kann das Magnetventil:
- direkt am Druckminderer montiert sein,
- bereits vollständig in den Druckminderer integriert sein,
- als separates Bauteil in die CO₂-Leitung eingesetzt werden.
Danach folgen – abhängig vom Aufbau der Anlage – beispielsweise Rückschlagventil, Blasenzähler, CO₂-Schlauch und Diffusor.
Die genaue Reihenfolge sollte immer nach den Vorgaben des Herstellers der jeweiligen Komponenten erfolgen.
Braucht ein Magnetventil ein Rückschlagventil?
Eine Rücklaufsicherung ist unabhängig von der Nachtabschaltung sehr empfehlenswert.
Wenn das Magnetventil schließt und der Druck im nachfolgenden CO₂-Schlauch abnimmt, kann unter ungünstigen Bedingungen Aquarienwasser in Richtung der CO₂-Technik zurücklaufen.
Ein geeignetes CO₂-Rückschlagventil verhindert, dass Wasser bis zum Magnetventil oder Druckminderer gelangt.
Bei manchen Komponenten ist eine Rücklaufsicherung bereits integriert. Ist das nicht der Fall, sollte ein separates für CO₂ geeignetes Rückschlagventil verwendet werden.
Wie wird die Nachtabschaltung gesteuert?
Am einfachsten funktioniert die Steuerung über eine Zeitschaltuhr oder eine entsprechend programmierte Steckdose beziehungsweise Aquariumsteuerung.
Das Magnetventil wird dort angeschlossen und erhält nur während des gewünschten CO₂-Zeitraums Strom.
Dadurch läuft die CO₂-Versorgung jeden Tag automatisch nach demselben Zeitplan.
Soll CO₂ gleichzeitig mit dem Licht eingeschaltet werden?
Das ist möglich, aber nicht in jedem Aquarium optimal.
Nach dem Öffnen des Magnetventils dauert es zunächst eine gewisse Zeit, bis das CO₂:
- durch den Schlauch gelangt,
- den notwendigen Druck am Diffusor aufgebaut hat,
- im Aquarium gelöst wurde,
- durch die Strömung im Becken verteilt ist.
Wenn CO₂ und Beleuchtung exakt gleichzeitig eingeschaltet werden, kann es deshalb passieren, dass zu Beginn der Beleuchtungsphase noch nicht die gewünschte CO₂-Konzentration vorhanden ist.
Viele Aquarien werden daher so eingestellt, dass die CO₂-Zufuhr bereits vor dem Einschalten der Beleuchtung beginnt.
Wie lange vor dem Licht sollte CO₂ eingeschaltet werden?
Eine allgemeingültige Zeit gibt es nicht.
Als erster Ausgangspunkt können bei vielen Aquarien ungefähr 30 bis 60 Minuten vor Beginn der Beleuchtung ausprobiert werden.
Bei manchen Becken kann eine längere Vorlaufzeit sinnvoll sein. Das hängt unter anderem ab von:
- Aquariumgröße
- CO₂-Dosierung
- Diffusor oder Reaktor
- Wasserströmung
- Oberflächenbewegung
- Länge der CO₂-Leitung
- Pflanzenmenge
Entscheidend ist deshalb nicht eine bestimmte Uhrzeit, sondern ob den Pflanzen zu Beginn beziehungsweise früh in der Beleuchtungsphase bereits ausreichend CO₂ zur Verfügung steht.
Wann sollte CO₂ abends ausgeschaltet werden?
Auch hier muss die CO₂-Zufuhr nicht zwingend exakt in dem Moment enden, in dem das Licht ausgeht.
Das bereits im Wasser gelöste CO₂ verschwindet nicht augenblicklich.
Deshalb kann die Anlage bei vielen Aquarien bereits etwas vor dem Ende der Beleuchtungszeit abgeschaltet werden.
Als Ausgangspunkt kann beispielsweise eine Abschaltung ungefähr 30 bis 60 Minuten vor Lichtende getestet werden.
Auch dieser Wert ist keine feste Regel. Entscheidend ist der tatsächliche CO₂-Verlauf im eigenen Aquarium.
Ein Beispiel für eine CO₂-Zeitschaltung
Angenommen, die Aquariumbeleuchtung läuft von 10:00 bis 18:00 Uhr.
Eine mögliche erste Einstellung wäre:
| Funktion | Beispielzeit |
|---|---|
| CO₂ einschalten | 09:00 Uhr |
| Licht einschalten | 10:00 Uhr |
| CO₂ ausschalten | 17:00 Uhr |
| Licht ausschalten | 18:00 Uhr |
Diese Zeiten sind ausschließlich ein Beispiel und sollten nicht ungeprüft auf jedes Aquarium übertragen werden.
Mit einem CO₂-Dauertest und der Beobachtung des Aquariums lässt sich anschließend beurteilen, ob die Vorlaufzeit verlängert oder verkürzt werden sollte.
Warum startet der Diffusor nach dem Einschalten nicht sofort?
Nach dem Öffnen des Magnetventils muss sich zunächst wieder Druck in der CO₂-Leitung und vor der Membran des Diffusors aufbauen.
Deshalb können einige Sekunden oder auch mehrere Minuten vergehen, bis die ersten Blasen sichtbar werden.
Besonders bei feinporigen Diffusoren, längeren CO₂-Leitungen und bestimmten Inline-Systemen kann dieser Effekt deutlicher sein.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Magnetventil oder Diffusor defekt sind.
Warum kommen nach dem Ausschalten noch CO₂-Blasen?
Dasselbe Prinzip gilt beim Abschalten.
Zwischen Magnetventil und Diffusor befindet sich noch CO₂ unter Druck. Nachdem das Magnetventil geschlossen hat, kann dieses Restgas noch für kurze Zeit durch den Diffusor austreten.
Je nach Aufbau der Anlage kann der sichtbare Blasenstrom deshalb nicht exakt in derselben Sekunde enden, in der das Magnetventil stromlos wird.
Sollten Licht und CO₂ über dieselbe Zeitschaltuhr laufen?
Das ist möglich, wenn CO₂ und Beleuchtung gleichzeitig ein- und ausgeschaltet werden sollen.
Wer eine Vorlauf- und Nachlaufzeit beziehungsweise eine frühere Abschaltung des CO₂ nutzen möchte, benötigt dagegen unterschiedliche Schaltzeiten.
Dafür können beispielsweise verwendet werden:
- zwei separate Zeitschaltuhren
- eine programmierbare Mehrfachsteckdose
- eine geeignete Smart-Steckdose
- eine Aquariumsteuerung mit getrennten Schaltkanälen
Muss die Blasenzahl nach jeder Nacht neu eingestellt werden?
Nein.
Das ist gerade einer der Vorteile eines Magnetventils.
Die gewünschte CO₂-Menge wird einmal über das Feinnadelventil eingestellt. Das Magnetventil übernimmt anschließend lediglich das Öffnen und Schließen der Gaszufuhr.
Nach dem Einschalten sollte sich deshalb wieder dieselbe Blasenzahl einstellen.
Verändert sie sich jeden Tag deutlich, sollte die Anlage auf Druckschwankungen, Undichtigkeiten oder Probleme am Feinnadelventil geprüft werden.
Was passiert mit dem CO₂-Dauertest über Nacht?
Nach dem Abschalten der CO₂-Anlage sinkt die CO₂-Konzentration im Aquarium im Laufe der Nacht normalerweise ab.
Der Dauertest kann deshalb morgens deutlich blauer beziehungsweise blaugrüner aussehen als während der Beleuchtungsphase.
Das ist bei einer funktionierenden Nachtabschaltung nicht automatisch problematisch.
Wichtig ist vielmehr, dass während der relevanten Beleuchtungsphase wieder eine ausreichende und möglichst stabile CO₂-Versorgung erreicht wird.
Außerdem reagiert ein CO₂-Dauertest zeitverzögert. Seine Farbe zeigt deshalb nicht exakt die aktuelle CO₂-Konzentration dieser Minute an.
Kann die CO₂-Nachtabschaltung den pH-Wert beeinflussen?
Ja. CO₂ und pH-Wert hängen über das Kohlensäure-Karbonat-System miteinander zusammen.
Steigt die Menge an gelöstem CO₂, sinkt der pH-Wert normalerweise. Sinkt die CO₂-Konzentration, steigt der pH-Wert entsprechend wieder an, sofern keine anderen Säuren beziehungsweise pH-beeinflussenden Stoffe eine wesentliche Rolle spielen.
Bei einer zeitgesteuerten CO₂-Anlage sind gewisse Schwankungen des pH-Wertes über den Tagesverlauf deshalb normal.
Ziel sollte nicht sein, den pH-Wert allein durch eine möglichst hohe CO₂-Zufuhr auf einen bestimmten Wert zu drücken.
Nachtabschaltung oder pH-Controller?
Eine einfache Nachtabschaltung und eine automatische pH-/CO₂-Regelung verfolgen unterschiedliche Ansätze.
Nachtabschaltung mit Zeitschaltuhr
Das Magnetventil wird nach festen Uhrzeiten geöffnet und geschlossen.
Die CO₂-Menge während der eingeschalteten Zeit wird über das Feinnadelventil eingestellt.
Diese Lösung ist:
- einfach
- vergleichsweise günstig
- für die meisten Pflanzenaquarien vollkommen ausreichend
CO₂-Steuerung über einen pH-Controller
Ein pH-Controller misst kontinuierlich den pH-Wert des Aquarienwassers und steuert anhand eines eingestellten Sollwertes ein Magnetventil.
Wird der gewünschte Wert erreicht, schaltet die Steuerung die CO₂-Zufuhr ab. Steigt der pH-Wert wieder über den entsprechenden Regelbereich, wird CO₂ erneut zugeschaltet.
Bei einer solchen automatischen Regelung ist eine zusätzliche klassische Nachtabschaltung nicht bei jedem System erforderlich, da das Magnetventil bereits vom Controller gesteuert wird.
Die genaue Konfiguration sollte nach den Vorgaben des verwendeten Controllers erfolgen.
Kann man jedes Magnetventil für CO₂ verwenden?
Nein.
Ein Magnetventil für eine Aquarium-CO₂-Anlage muss für das verwendete Gas, den vorgesehenen Druckbereich und die jeweilige Installation geeignet sein.
Besonders wichtig sind:
- zulässiger Arbeitsdruck
- geeignete Anschlüsse
- korrekte Betriebsspannung
- CO₂-Beständigkeit
- Einbaurichtung, falls vom Hersteller vorgegeben
Ein beliebiges Magnetventil aus einem anderen technischen Bereich sollte deshalb nicht ohne entsprechende Freigabe verwendet werden.
12 V oder 230 V – was ist besser?
Magnetventile für Aquarium-CO₂-Anlagen werden mit unterschiedlichen Betriebsspannungen angeboten.
Für die eigentliche CO₂-Regelung sagt die Spannung allein wenig über die Qualität des Ventils aus.
Niedervolt-Systeme besitzen ein separates Netzteil und arbeiten am Magnetventil selbst mit einer niedrigeren elektrischen Spannung. Andere Anlagen verwenden direkt mit Netzspannung betriebene Komponenten.
Entscheidend ist, dass ausschließlich das für das jeweilige Magnetventil vorgesehene Netzteil beziehungsweise die vom Hersteller angegebene Versorgung verwendet wird.
Elektrische Komponenten müssen außerdem vor Aquarienwasser und Feuchtigkeit geschützt installiert werden.
Wird ein CO₂-Magnetventil warm?
Magnetventile können sich während des Betriebs erwärmen. Wie stark, hängt von Bauart, Leistung und Konstruktion ab.
Eine gewisse Erwärmung muss deshalb nicht automatisch auf einen Defekt hinweisen.
Wird ein Ventil jedoch ungewöhnlich heiß, riecht auffällig oder zeigt andere Veränderungen, sollte es außer Betrieb genommen und überprüft werden.
Das Magnetventil sollte außerdem nicht abgedeckt oder an einem Ort montiert werden, an dem Wärme nicht ausreichend abgeführt werden kann.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Bei einem stromlos geschlossenen Magnetventil wird die CO₂-Zufuhr bei einem Stromausfall automatisch unterbrochen.
Das ist für Aquarium-CO₂-Anlagen eine sinnvolle Sicherheitsfunktion.
Nach Rückkehr der Stromversorgung öffnet das Ventil wieder, sofern die verwendete Zeitschaltung beziehungsweise Steuerung zu diesem Zeitpunkt CO₂ freigibt.
Braucht Bio-CO₂ eine Nachtabschaltung?
Bio-CO₂ funktioniert anders als eine Druckgas-Anlage.
Das Kohlendioxid entsteht durch einen biologischen Gärprozess und kann nicht einfach über ein gewöhnliches Magnetventil vollständig gestoppt werden, während die Gasproduktion im Behälter weiterläuft.
Würde ein geschlossenes Ventil den Gasweg vollständig blockieren, könnte sich im Reaktionsbehälter Druck aufbauen.
Eine klassische Nachtabschaltung wie bei einer Druckgasflasche sollte deshalb nicht ohne ein ausdrücklich dafür vorgesehenes Bio-CO₂-System eingesetzt werden.
Bei Bio-CO₂ müssen die Vorgaben des jeweiligen Herstellers beachtet werden.
Kann ein Magnetventil einfach nachgerüstet werden?
Bei vielen Druckgas-CO₂-Anlagen ist das problemlos möglich.
Es gibt:
- separate Magnetventile zur Montage in der CO₂-Leitung
- Magnetventile, die direkt an dafür geeignete Druckminderer montiert werden
- Druckminderer mit bereits integriertem Magnetventil
Vor dem Nachrüsten müssen Anschluss, Gewinde, Schlauchgröße, Arbeitsdruck und Betriebsspannung geprüft werden.
Ist ein Magnetventil direkt für das verwendete Druckminderersystem vorgesehen, ist diese Lösung meist besonders unkompliziert.
Häufige Fehler bei der CO₂-Nachtabschaltung
Das Feinnadelventil jeden Abend zudrehen
Das funktioniert zwar grundsätzlich, ist aber unpraktisch. Am nächsten Tag muss die richtige CO₂-Menge erneut eingestellt werden.
Ein Magnetventil unterbricht dagegen nur den Gasfluss und lässt die Feineinstellung unverändert.
CO₂ erst gleichzeitig mit starkem Licht starten
Je nach Aquarium kann der gewünschte CO₂-Wert dann erst deutlich nach Beginn der Beleuchtungsphase erreicht werden.
Eine passende Vorlaufzeit kann deshalb sinnvoll sein.
Starre Zeitangaben ungeprüft übernehmen
„CO₂ immer exakt zwei Stunden vor dem Licht einschalten“ ist keine universelle Regel.
Jedes Aquarium reagiert anders. Entscheidend ist die tatsächliche CO₂-Versorgung während der Beleuchtungsphase.
Kein Rückschlagventil verwenden
Nach dem Schließen des Magnetventils fällt der Druck hinter dem Ventil ab. Eine geeignete Rücklaufsicherung schützt die CO₂-Technik vor zurücklaufendem Aquarienwasser.
Magnetventil nass installieren
Elektrische Komponenten gehören an einen trockenen, vor Spritz- und Tropfwasser geschützten Ort.
Bio-CO₂ einfach absperren
Bei einer biologischen CO₂-Produktion entsteht weiterhin Gas. Der Ausgang darf deshalb nicht ohne ein dafür vorgesehenes System einfach verschlossen werden.
CO₂-Nachtabschaltung richtig einstellen – kurz zusammengefasst
- CO₂-Anlage vollständig und dicht installieren.
- Geeignetes Magnetventil verwenden.
- Rückschlagventil beziehungsweise vorhandene Rücklaufsicherung prüfen.
- CO₂-Menge über das Feinnadelventil einstellen.
- Magnetventil über Zeitschaltuhr oder Steuerung schalten.
- CO₂ zunächst etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Licht starten.
- CO₂ versuchsweise etwas vor dem Lichtende abschalten.
- CO₂-Dauertest über den Tagesverlauf beobachten.
- Schaltzeiten bei Bedarf schrittweise optimieren.
- Fische und Wirbellose immer mit beobachten.
Fazit: Eine Nachtabschaltung ist bei Druckgas-CO₂ meistens sinnvoll
Eine CO₂-Nachtabschaltung gehört für uns zu den sinnvollsten Ergänzungen einer klassischen Druckgas-CO₂-Anlage.
Während der Dunkelphase findet keine Photosynthese statt. Eine dauerhaft weiterlaufende zusätzliche CO₂-Zufuhr bringt deshalb normalerweise keinen entsprechenden Vorteil für die Pflanzen und verbraucht unnötig Gas.
Mit einem Magnetventil lässt sich die CO₂-Zufuhr automatisch steuern, ohne jeden Tag am Feinnadelventil nachregeln zu müssen.
Dabei müssen CO₂ und Beleuchtung nicht zwingend sekundengenau gleichzeitig ein- und ausgeschaltet werden. Häufig ist es sinnvoll, die CO₂-Versorgung bereits etwas vor der Beleuchtung zu starten und vor dem Lichtende wieder zu stoppen.
Die optimalen Schaltzeiten hängen jedoch vom jeweiligen Aquarium ab. Ein CO₂-Dauertest, eine gute Strömung und die Beobachtung der Aquarienbewohner helfen dabei, die passende Einstellung zu finden.