Eine CO₂-Anlage kann technisch völlig unauffällig über Monate laufen – bis plötzlich keine Blasen mehr kommen, der Dauertest blau bleibt oder die CO₂-Flasche ungewöhnlich schnell leer ist.
In solchen Situationen bringt es wenig, wahllos Arbeitsdruck oder Blasenzahl zu verändern. Eine CO₂-Anlage lässt sich wesentlich zuverlässiger überprüfen, wenn man sie systematisch vom CO₂-Zylinder bis zum Aquarium durchgeht.
In diesem Ratgeber zeigen wir die häufigsten CO₂-Probleme, ihre möglichen Ursachen und wie du Schritt für Schritt herausfindest, an welcher Stelle der Fehler tatsächlich liegt.
Schnellhilfe: Häufige CO₂-Probleme
Du suchst nach einem bestimmten Fehler? Hier kommst du direkt zur passenden Stelle:
- Am Diffusor kommen keine CO₂-Blasen
- CO₂ startet morgens erst verzögert
- Wasser läuft in den CO₂-Schlauch zurück
- Diffusor erzeugt große oder ungleichmäßige Blasen
- CO₂-Dauertest bleibt blau
- CO₂-Dauertest wird gelb
- CO₂-Flasche ist ungewöhnlich schnell leer
- CO₂-Schlauch springt vom Anschluss
- Soda-Zylinder: Erst funktioniert die Anlage, später kommt kein CO₂ mehr
CO₂-Probleme immer systematisch suchen
Eine typische Druckgas-CO₂-Anlage besteht aus mehreren Komponenten:
CO₂-Flasche → Druckminderer → Magnetventil → Schlauch → Rückschlagventil → Blasenzähler → Diffusor → Aquarium
Je nach Anlage können einzelne Komponenten miteinander kombiniert oder bereits im Druckminderer beziehungsweise Diffusor integriert sein.
Wenn die Anlage nicht richtig funktioniert, sollte man deshalb nicht sofort am Feinnadelventil drehen. Beginne stattdessen an der CO₂-Flasche und arbeite dich Schritt für Schritt in Richtung Aquarium vor.
So lässt sich meist schnell erkennen, ab welcher Stelle kein CO₂ mehr weitertransportiert wird.
Problem 1: Am Diffusor kommen überhaupt keine CO₂-Blasen
Wenn am Diffusor keinerlei CO₂ sichtbar ist, kann die Ursache praktisch an jeder Stelle der Anlage liegen.
Gehe deshalb in dieser Reihenfolge vor:
1. Ist überhaupt noch CO₂ in der Flasche?
Als Erstes lohnt sich ein Blick auf das Flaschendruck-Manometer.
Zeigt es bei normaler Raumtemperatur beispielsweise noch ungefähr 50 bis 60 bar an, liegt Flaschendruck an und es ist noch CO₂ in der Flasche vorhanden.
Das Flaschendruck-Manometer ist allerdings kein zuverlässiger Füllstandsanzeiger. Solange sich noch flüssiges CO₂ in der Flasche befindet, bleibt der Druck abhängig von der Temperatur über längere Zeit relativ ähnlich. Erst wenn die flüssige CO₂-Reserve weitgehend aufgebraucht ist, fällt der angezeigte Druck deutlich ab.
Wenn du genau wissen möchtest, wie viel CO₂ noch in einer Mehrwegflasche enthalten ist, ist das Wiegen wesentlich zuverlässiger.
Dazu wird das aktuelle Gewicht der Flasche mit dem auf der Flasche angegebenen Leergewicht beziehungsweise Taragewicht verglichen.
2. Ist das Flaschenventil beziehungsweise Zylinderventil richtig geöffnet?
Bei einer klassischen Mehrwegflasche muss das Flaschenventil entsprechend den Herstellerangaben geöffnet sein.
Auch hier liefert das Flaschendruck-Manometer einen wichtigen Hinweis: Zeigt es beispielsweise ungefähr 50 bis 60 bar an, liegt der Flaschendruck bereits am Druckminderer an. Das Flaschenventil ist dann also nicht geschlossen.
Zeigt das Manometer dagegen keinen Flaschendruck an, obwohl die Flasche gefüllt sein sollte, gehören Flaschenventil, Anschluss und Druckminderer zu den ersten Punkten, die kontrolliert werden sollten.
Bei Einweg- und klassischen Soda-Schraubzylindern wird das Zylinderventil je nach Konstruktion beim Anschrauben des Druckminderers geöffnet.
Bei klassischen Soda-Schraubzylindern gibt es zusätzlich einen typischen Fehlerfall: Der Druckminderer kann angeschraubt sein, ohne das Zylinderventil weit genug zu öffnen. Dann funktioniert die Anlage möglicherweise zunächst und liefert einige Stunden oder einen Tag später plötzlich kein CO₂ mehr. Hier findest du die ausführliche Lösung zu diesem Soda-Problem.
3. Ist Arbeitsdruck vorhanden?
Besitzt der Druckminderer ein Arbeitsdruck-Manometer, sollte als Nächstes kontrolliert werden, ob auf der Niederdruckseite Druck vorhanden ist.
Bei einem einstellbaren Druckminderer kann ein zu niedrig eingestellter Arbeitsdruck dazu führen, dass ein feinporiger Diffusor oder Inline-Diffusor nicht öffnet.
Der notwendige Arbeitsdruck hängt vom verwendeten Diffusor und den übrigen Komponenten ab. Deshalb gibt es keinen universellen Wert, der für jede CO₂-Anlage richtig ist.
4. Ist das Magnetventil tatsächlich geöffnet?
Bei einer Anlage mit Nachtabschaltung gehört das Magnetventil zu den häufigsten Stellen, die übersehen werden.
Viele Aquarium-Magnetventile sind stromlos geschlossen. Ohne Strom kann also kein CO₂ hindurchströmen.
Prüfe:
- Ist die Zeitschaltuhr beziehungsweise Steuerung eingeschaltet?
- Liegt Strom am Magnetventil an?
- Öffnet das Ventil hör- oder fühlbar?
- Ist bei einem richtungsgebundenen Ventil die Einbaurichtung korrekt?
Ist ein Magnetventil defekt oder soll eine Anlage um eine Nachtabschaltung ergänzt werden, gibt es beispielsweise das CO₂-Magnetventil mit integriertem Rückschlagventil. Da die Rücklaufsicherung hier bereits eingebaut ist, muss für dieselbe Funktion normalerweise kein zusätzliches Rückschlagventil eingesetzt werden.
5. Ist das Feinnadelventil geöffnet?
Das Feinnadelventil regelt die eigentliche CO₂-Menge.
Ist es vollständig geschlossen, gelangt trotz vorhandenem Arbeitsdruck kein CO₂ in Richtung Aquarium.
Öffne es nur sehr vorsichtig und in kleinen Schritten. Nach jeder Veränderung sollte zunächst gewartet werden, bevor erneut nachgeregelt wird.
6. Ist ein Rückschlagventil falsch herum eingebaut?
Ein verkehrt herum eingebautes Rückschlagventil kann den CO₂-Fluss vollständig blockieren.
Bei einem Ventil mit Pfeil muss dieser in Richtung Aquarium zeigen.
Ein passendes Beispiel für Anlagen mit 4/6-mm-Schlauch ist das AQUA-NOA CO₂ Rückschlagventil Profi Metall.
7. Sind mehrere Rückschlagventile eingebaut?
Mehr ist hier nicht automatisch besser.
Jedes Rückschlagventil benötigt einen gewissen Druck, bevor es öffnet. Werden mehrere Ventile hintereinander eingesetzt, können sich diese Widerstände addieren.
Besonders nach einer Nachtabschaltung kann es dadurch länger dauern, bis die Anlage wieder anläuft. Im ungünstigen Fall reicht der vorhandene Arbeitsdruck nicht aus, um alle Ventile und den Diffusor zuverlässig zu öffnen.
Besitzt beispielsweise bereits das Magnetventil, der Blasenzähler oder der Inline-Diffusor eine integrierte Rücklaufsicherung, sollte geprüft werden, ob ein zusätzliches Rückschlagventil überhaupt notwendig ist.
8. Ist der Schlauch geknickt?
Ein stark geknickter Schlauch kann den CO₂-Fluss reduzieren oder vollständig blockieren.
Besonders hinter Möbelkanten, an Saugnäpfen und an engen Schlauchführungen sollte deshalb kontrolliert werden, ob der Schlauch frei liegt.
9. Ist der Diffusor durchlässig?
Ist bis zum Diffusor Druck vorhanden, aber es treten trotzdem keine Blasen aus, liegt das Problem häufig am Diffusor selbst oder am dafür benötigten Arbeitsdruck.
Eine trockene, stark verschmutzte oder zugesetzte Keramikmembran benötigt einen höheren Druck beziehungsweise funktioniert nicht mehr gleichmäßig.
Problem 2: CO₂ startet morgens erst sehr spät
Nach dem Einschalten beziehungsweise Öffnen des Magnetventils tritt das CO₂ am Diffusor nicht sofort aus.
Bei einer CO₂-Anlage mit Nachtabschaltung entsteht immer eine gewisse Verzögerung zwischen dem Öffnen des Magnetventils und den ersten sichtbaren CO₂-Blasen am Diffusor.
Der Grund: Hinter dem Magnetventil muss sich zunächst wieder Druck aufbauen. Erst wenn der notwendige Druck in Schlauch, Rückschlagventil und Diffusor erreicht ist, kann CO₂ aus dem Diffusor austreten.
Wie lange diese Verzögerung dauert, hängt vom konkreten Aufbau der Anlage ab.
Einfluss haben unter anderem:
- Arbeitsdruck,
- Länge und Volumen des CO₂-Schlauches,
- Anzahl und Öffnungsdruck der Rückschlagventile,
- Diffusor beziehungsweise Keramikmembran,
- eventuell vorhandenes Wasser im CO₂-Schlauch.
Bei einer Anlage, die täglich zuverlässig funktioniert, ist eine gewisse Startverzögerung deshalb völlig normal.
Erst wenn die Anlage im Vergleich zu ihrem bisherigen Verhalten plötzlich deutlich länger benötigt oder überhaupt nicht mehr startet, sollte nach einer Ursache gesucht werden.
Mögliche Ursachen sind:
- Arbeitsdruck zu niedrig,
- mehrere Rückschlagventile hintereinander,
- Rückschlagventil mit relativ hohem Öffnungsdruck,
- ungewöhnlich lange Schlauchwege,
- verschmutzte Diffusormembran,
- größere Mengen Wasser im CO₂-Schlauch,
- eine Undichtigkeit.
Die Startverzögerung sollte außerdem bei der Nachtabschaltung berücksichtigt werden. Wenn zum Einschalten der Beleuchtung bereits ausreichend CO₂ zur Verfügung stehen soll, muss das Magnetventil entsprechend früher geöffnet werden.
Problem 3: Nachts läuft Wasser in den CO₂-Schlauch zurück
Wird das Magnetventil geschlossen, sinkt der Druck auf der Seite Richtung Aquarium nach und nach ab.
Aquarienwasser kann dann in den CO₂-Schlauch zurückwandern.
Ein korrekt eingebautes Rückschlagventil verhindert, dass dieses Wasser empfindliche Komponenten wie Magnetventil oder Druckminderer erreicht.
Etwas Wasser im Schlauch hinter der Rücklaufsicherung ist je nach Aufbau nicht automatisch ein Defekt.
Kritisch wird es, wenn das Wasser die Rücklaufsicherung passiert.
Dann sollte geprüft werden:
- Ist das Rückschlagventil richtig herum eingebaut?
- Schließt es zuverlässig?
- Ist es verschmutzt oder beschädigt?
- Ist eventuell bereits ein anderes Rückschlagventil im System integriert?
Problem 4: Der Diffusor erzeugt große statt feine Blasen
Ein Keramikdiffusor sollte möglichst viele feine CO₂-Bläschen erzeugen.
Werden die Blasen plötzlich deutlich größer oder treten sie nur noch an wenigen Stellen aus, sollte zuerst die Keramikmembran kontrolliert werden.
Mögliche Ursachen sind:
- Diffusor vor der ersten Verwendung nicht ausreichend gewässert,
- Keramikmembran verschmutzt,
- Poren durch Ablagerungen zugesetzt,
- Membran beschädigt,
- CO₂ tritt an einer undichten Stelle neben der Keramik aus.
Neue Keramikdiffusoren zuerst wässern
Ein neuer Keramikdiffusor sollte vor der ersten Inbetriebnahme vollständig gewässert werden.
Als praktische Orientierung sind ungefähr 24 Stunden unter Wasser sinnvoll, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.
Erst danach sollte beurteilt werden, wie fein die Membran tatsächlich zerstäubt.
Verschmutzte Keramik reinigen
Mit der Zeit können sich Algen, Kalk und andere Ablagerungen auf der Keramik absetzen.
Dadurch steigt der notwendige Druck und das Blasenbild wird häufig ungleichmäßiger.
Die Reinigung sollte entsprechend der Anleitung des jeweiligen Diffusors erfolgen. Empfindliche Glasdiffusoren müssen dabei besonders vorsichtig behandelt werden.
Ist die Keramik dauerhaft zugesetzt oder beschädigt, kann ein Austausch sinnvoller sein. Eine Übersicht geeigneter Modelle findest du bei den CO₂-Diffusoren.
Problem 5: CO₂ kommt nur aus einer Stelle des Diffusors
Dass eine Keramikmembran nicht an jedem Punkt vollkommen identische Blasen erzeugt, ist zunächst normal.
Wenn CO₂ aber nur noch aus einer sehr kleinen Stelle austritt, während der Rest der Membran praktisch inaktiv bleibt, deutet das häufig auf eine Verschmutzung oder teilweise zugesetzte Poren hin.
Tritt dagegen eine einzelne große Blase regelmäßig am Rand der Keramik, an einer Klebestelle oder aus dem Glasanschluss aus, sollte geprüft werden, ob der Diffusor beschädigt oder undicht ist.
Problem 6: Der Dauertest bleibt blau, obwohl CO₂-Blasen kommen
Ein sichtbarer Gasfluss am Blasenzähler oder Diffusor bedeutet noch nicht automatisch, dass im gesamten Aquarium ausreichend CO₂ vorhanden ist.
Bleibt der Dauertest blau, kommen mehrere Ursachen infrage.
Der Dauertest reagiert zeitverzögert
Ein Dropchecker zeigt Veränderungen nicht sofort an.
Je nach Bauform und Testlösung kann es ungefähr ein bis mehrere Stunden dauern, bis sich eine Änderung der CO₂-Konzentration deutlich in der Farbe zeigt.
Deshalb sollte nicht alle paar Minuten am Feinnadelventil nachgeregelt werden.
Die CO₂-Menge ist tatsächlich zu gering
Es kann schlicht zu wenig CO₂ dosiert werden.
In diesem Fall wird das Feinnadelventil nur geringfügig weiter geöffnet und anschließend erneut ausreichend lange beobachtet.
CO₂ wird schlecht im Aquarium verteilt
Der Diffusor kann sehr viele Blasen produzieren und trotzdem kann auf der anderen Seite des Aquariums zu wenig CO₂ ankommen.
Die Wasserströmung muss das gelöste CO₂ und die feinen Bläschen ausreichend im Aquarium verteilen.
Steht der Diffusor in einer strömungsarmen Ecke, können große Unterschiede innerhalb desselben Aquariums entstehen.
Der Dauertest sitzt ungünstig
Ein Dropchecker sollte nicht direkt über dem Diffusor beziehungsweise mitten im konzentrierten Blasenstrom sitzen.
Eine Position weiter entfernt vom Diffusor eignet sich besser, um zu beurteilen, wie gut das CO₂ tatsächlich im Aquarium verteilt wird.
Die Testlösung stimmt nicht
Für einen CO₂-Dauertest sollte eine dafür vorgesehene gebrauchsfertige Indikatorlösung verwendet werden.
Gelangt Aquariumwasser in den Dropchecker oder wird eine ungeeignete Flüssigkeit verwendet, kann die Anzeige verfälscht werden.
Außerdem ist wichtig zu wissen, für welchen Zielwert die Testlösung ausgelegt ist. Es gibt beispielsweise Lösungen für 20 oder 30 mg/l.
Bei Bedarf gibt es die AQUA-NOA CO₂-Dauertestlösung entsprechend für 20 oder 30 mg/l.
Problem 7: Der Dauertest wird gelb
Ein gelber Dauertest deutet bei den üblichen Testlösungen darauf hin, dass die CO₂-Konzentration oberhalb des für die jeweilige Lösung vorgesehenen grünen Zielbereichs liegt.
Da der Dauertest verzögert reagiert, sollte eine gelbe Anzeige ernst genommen und die CO₂-Zufuhr reduziert werden.
Entscheidend ist zusätzlich immer das Verhalten der Tiere.
Problem 8: Fische atmen schnell oder stehen an der Wasseroberfläche
Zeigen Fische plötzlich eine deutlich beschleunigte Atmung, halten sich ungewöhnlich stark an der Wasseroberfläche auf oder wirken anderweitig auffällig, muss die CO₂-Zufuhr als mögliche Ursache berücksichtigt werden.
In dieser Situation sollte nicht erst darauf gewartet werden, welche Farbe der Dauertest einige Stunden später zeigt.
CO₂-Zufuhr stoppen beziehungsweise deutlich reduzieren und für eine gute Sauerstoffversorgung sorgen.
Eine stärkere Oberflächenbewegung beziehungsweise zusätzliche Belüftung unterstützt den Gasaustausch.
Anschließend muss geklärt werden, warum die CO₂-Konzentration zu hoch geworden sein könnte.
Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- Feinnadelventil zu weit geöffnet,
- mehrfaches Nachregeln ohne ausreichende Wartezeit,
- veränderte Wasserströmung,
- reduzierte Oberflächenbewegung,
- veränderte Schaltzeiten,
- falsche Einstellung einer automatischen CO₂-Regelung.
Problem 9: Die CO₂-Flasche ist viel zu schnell leer
Eine ungewöhnlich kurze Standzeit bedeutet nicht automatisch, dass das Aquarium zu viel CO₂ verbraucht.
Sehr häufig steckt eine Undichtigkeit dahinter.
Besonders geprüft werden sollten:
- Verbindung zwischen CO₂-Flasche und Druckminderer,
- Dichtung am Flaschenanschluss,
- Adapter,
- Schlauchanschlüsse,
- externes Magnetventil,
- Blasenzähler,
- Rückschlagventil.
Für die Kontrolle sollte ein geeignetes Lecksuchmittel beziehungsweise die vom Hersteller vorgesehene Prüfmethode verwendet werden.
Eine undichte Verbindung sollte nicht einfach immer stärker festgezogen werden. Zuerst muss geklärt werden, warum sie undicht ist.
Eine beschädigte, fehlende oder falsche Dichtung lässt sich beispielsweise nicht zuverlässig durch immer stärkeres Anziehen beheben.
Problem 10: CO₂-Schlauch springt vom Anschluss
Springt ein CO₂-Schlauch von einem Anschluss, sollte die CO₂-Zufuhr zunächst geschlossen und der betreffende Leitungsabschnitt drucklos gemacht werden, bevor daran gearbeitet wird.
Das Schlauchende sollte anschließend nicht einfach unverändert wieder auf den Anschluss gesteckt werden.
Durch die vorherige Montage kann das Schlauchende bereits aufgeweitet, verformt oder beschädigt sein.
Schneide deshalb zunächst ein kleines Stück des alten Schlauchendes sauber und gerade ab.
Danach steht wieder ein frisches, unverformtes Schlauchende zur Verfügung.
Dieses wird vollständig und sauber auf den vorgesehenen Anschlussstutzen gesteckt.
Ist eine Überwurfmutter vorhanden, wird sie anschließend so weit angezogen, dass der Schlauch sicher gehalten wird und nicht wieder abrutschen kann.
Die Überwurfmutter muss dabei nicht bis zum Ende des Gewindes geschraubt werden.
Nach der erneuten Montage sollte die Verbindung auf festen Sitz und Dichtheit kontrolliert werden.
Springt der Schlauch erneut vom Anschluss, sollte geprüft werden:
- Passt der Schlauchdurchmesser tatsächlich zum Anschluss?
- Ist der Schlauch für CO₂ und den betreffenden Einsatzbereich geeignet?
- Ist der Anschlussstutzen beschädigt?
- Funktioniert die Überwurfmutter beziehungsweise Schlauchsicherung korrekt?
- Ist der Arbeitsdruck ungewöhnlich hoch eingestellt?
Zwischen Druckminderer und einem externen Magnetventil muss ein druckfester und für CO₂ geeigneter Schlauch verwendet werden. Ein gewöhnlicher weicher Luft- oder Silikonschlauch ist für diesen druckbelasteten Abschnitt nicht geeignet.
Ein entsprechender Druckschlauch ist beispielsweise der AQUA-NOA CO₂ Schlauch Easyflex 4/6 mm.
Ist der Schlauch bereits stark verhärtet, ausgeleiert oder an mehreren Stellen beschädigt, sollte er nicht immer weiter gekürzt, sondern vollständig ersetzt werden.
Problem 11: Soda-Zylinder – erst funktioniert die Anlage, später kommt kein CO₂ mehr
Bei klassischen Soda-Schraubzylindern kann es vorkommen, dass die Anlage nach dem Anschließen zunächst funktioniert, nach einigen Stunden oder beispielsweise am nächsten Tag aber plötzlich kein CO₂ mehr liefert.
Eine mögliche Ursache ist, dass der Druckminderer zwar auf den Zylinder geschraubt wurde, den Ventilstift des Soda-Zylinders aber nicht weit genug eindrückt.
Das Zylinderventil wird dann nicht ausreichend geöffnet.
Das kann besonders irritierend sein, weil zunächst durchaus CO₂ durch die Anlage strömen kann und der Zylinder deshalb nicht sofort als Ursache auffällt.
In diesem Fall sollte zuerst kontrolliert werden, ob der Druckminderer wirklich weit genug auf den Soda-Zylinder geschraubt wurde.
Je nach Zylinder, Ventil und Dichtung kann ein kräftigerer Handanzug erforderlich sein, damit der Druckminderer das Zylinderventil zuverlässig und ausreichend öffnet.
Dazu zunächst das Feinnadelventil schließen und den Druckminderer kontrolliert von Hand weiter anziehen.
Beim weiteren Einschrauben kann kurz CO₂ austreten, sobald das Zylinderventil weiter geöffnet wird.
Werkzeug sollte hierfür normalerweise nicht verwendet werden, sofern der Hersteller des Druckminderers beziehungsweise des verwendeten Systems nichts anderes vorgibt.
Funktioniert die Anlage anschließend wieder, war der Soda-Zylinder wahrscheinlich nicht leer. Stattdessen wurde das Zylinderventil zuvor vom Druckminderer nicht weit genug geöffnet.
Problem 12: Die Blasenzahl schwankt ständig
Eine stark schwankende Blasenrate kann verschiedene Ursachen haben.
Mögliche Gründe sind:
- Feinnadelventil lässt sich nicht ausreichend fein einstellen,
- Arbeitsdruck verändert sich,
- Rückschlagventil öffnet ungleichmäßig,
- Diffusor verschmutzt zunehmend,
- kleine Undichtigkeit im System,
- Temperatur- oder Druckveränderungen,
- Probleme am Druckminderer.
Bevor der Druckminderer als defekt eingestuft wird, sollten zuerst Undichtigkeiten, Rückschlagventile und Diffusor kontrolliert werden.
Besonders ein zunehmend verschmutzter Keramikdiffusor kann den Gegendruck der Anlage verändern.
Problem 13: Nach dem Einstellen verändert sich die Blasenzahl erst später
Das ist normal.
Zwischen Feinnadelventil und Diffusor befinden sich Schlauch, Gasvolumen und je nach Aufbau weitere Komponenten.
Eine Änderung am Feinnadelventil zeigt sich deshalb nicht zwangsläufig sofort am Blasenzähler beziehungsweise Diffusor.
Genau deshalb sollte das Feinnadelventil nur in sehr kleinen Schritten verändert werden.
Wer direkt mehrmals hintereinander weiter aufdreht, kann die Dosierung deutlich überschießen.
Kleine Änderung vornehmen, warten, beobachten und erst danach erneut korrigieren.
Problem 14: CO₂-Blasen steigen direkt zur Oberfläche
Ein Diffusor kann technisch einwandfrei funktionieren und trotzdem ungünstig positioniert sein.
Steigen die Blasen fast senkrecht und sehr schnell zur Oberfläche, wird ein Teil des CO₂ wieder an die Luft abgegeben.
Der Diffusor sollte deshalb möglichst tief und in einem Bereich angebracht werden, in dem die Wasserströmung die feinen Blasen erfasst und länger im Aquarium verteilt.
Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Blasen zu sehen, sondern das CO₂ möglichst gleichmäßig im Aquarium verfügbar zu machen.
Problem 15: Auf einer Seite wachsen die Pflanzen gut, auf der anderen schlecht
Das muss nicht zwingend ein CO₂-Problem sein. Unterschiede bei Licht, Nährstoffversorgung, Pflanzenart oder Bodengrund können ebenfalls eine Rolle spielen.
Die CO₂-Verteilung gehört aber zu den Punkten, die geprüft werden sollten.
Besonders in größeren oder stark bepflanzten Aquarien kann der CO₂-Gehalt innerhalb des Beckens unterschiedlich sein.
Ein Dauertest an einer weiter vom Diffusor entfernten Stelle kann helfen, die Verteilung besser einzuschätzen.
Auch die Position des Filterauslasses beziehungsweise der Strömung sollte überprüft werden.
Problem 16: Viele Algen – ist automatisch zu wenig CO₂ vorhanden?
Nein.
Algen allein beweisen nicht, dass eine CO₂-Anlage falsch eingestellt ist.
Algenwachstum kann durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren beeinflusst werden, beispielsweise:
- Beleuchtungsstärke und Beleuchtungsdauer,
- Nährstoffversorgung,
- CO₂-Versorgung,
- schwankende CO₂-Werte,
- Strömung,
- Pflanzenmasse,
- Pflege und organische Belastung.
Ein Aquarium mit Algen einfach mit immer mehr CO₂ zu versorgen, ist deshalb keine sinnvolle Fehlerbehebung.
CO₂ ist nur ein Teil des Gesamtsystems.
Problem 17: Pflanzen wachsen schlecht, obwohl der Dauertest grün ist
Auch ein grüner Dauertest bedeutet nicht automatisch, dass jedes Pflanzenproblem durch CO₂ ausgeschlossen werden kann.
Zum einen zeigt der Test nur die Situation an seinem Standort und reagiert zeitverzögert.
Zum anderen benötigen Pflanzen neben CO₂ unter anderem Licht sowie ausreichend Makro- und Mikronährstoffe.
Bei schlechtem Pflanzenwachstum sollten deshalb nicht nur CO₂, sondern auch Beleuchtung, Stickstoff, Phosphat, Kalium, Eisen und weitere Spurenelemente betrachtet werden.
Genau hier schließt sich der nächste Themenbereich unseres Ratgebers an: die richtige Düngung von Aquarienpflanzen.
Problem 18: Das Manometer fällt plötzlich ab – ist die Flasche defekt?
Nicht unbedingt.
Der Druck einer CO₂-Flasche mit Flüssigphase hängt stark von der Temperatur ab und zeigt über weite Teile der Füllung nicht zuverlässig an, wie viel CO₂ noch enthalten ist.
Solange noch flüssiges CO₂ vorhanden ist, kann das Manometer bei normaler Raumtemperatur beispielsweise ungefähr im Bereich von 50 bis 60 bar bleiben.
Wenn die flüssige CO₂-Reserve schließlich verbraucht ist, kann der Flaschendruck relativ schnell sinken.
Ein plötzlich fallendes Flaschendruck-Manometer gegen Ende der Flaschenfüllung kann deshalb völlig normal sein.
Für eine zuverlässige Bestimmung der Restmenge sollte die Flasche gewogen werden.
Problem 19: Nach einem Flaschen- oder Zylinderwechsel funktioniert die Anlage anders
Nach jedem Flaschenwechsel wird mindestens eine Verbindung neu hergestellt.
Deshalb sollte die Anlage anschließend immer erneut auf Dichtheit und korrekte Funktion kontrolliert werden.
Zusätzlich sollte geprüft werden:
- sitzt die Dichtung korrekt,
- ist der Druckminderer richtig montiert,
- stimmt der Arbeitsdruck,
- ist die Blasenrate noch wie zuvor,
- funktioniert das Magnetventil,
- zeigt der Dauertest nach ausreichender Zeit weiterhin den gewünschten Bereich?
Bei einem klassischen Soda-Schraubzylinder sollte zusätzlich geprüft werden, ob der Druckminderer weit genug von Hand aufgeschraubt wurde, damit der Ventilstift des Zylinders zuverlässig geöffnet wird.
Eine zuvor funktionierende Einstellung sollte nach einem Flaschen- oder Zylinderwechsel deshalb nicht vollkommen unbeobachtet weiterlaufen.
Eine einfache Reihenfolge für die CO₂-Fehlersuche
Wenn überhaupt kein CO₂ mehr am Diffusor ankommt, hilft folgende Reihenfolge:
- Flaschendruck-Manometer ansehen: Liegt bei normaler Raumtemperatur beispielsweise noch ungefähr 50 bis 60 bar Flaschendruck an?
- CO₂-Flasche prüfen: Wird kein beziehungsweise nur sehr geringer Flaschendruck angezeigt, prüfen, ob die Flasche leer sein könnte.
- Flaschenventil beziehungsweise Zylinderanschluss prüfen: Bei einer Mehrwegflasche gilt: Zeigt das Hochdruckmanometer bereits etwa 50 bis 60 bar an, liegt der Flaschendruck am Druckminderer an. Bei einem Soda-Schraubzylinder zusätzlich prüfen, ob der Druckminderer weit genug aufgeschraubt wurde.
- Druckminderer: Ist auf der Niederdruckseite der notwendige Arbeitsdruck vorhanden?
- Magnetventil: Ist es geöffnet und korrekt angeschlossen?
- Feinnadelventil: Ist es leicht geöffnet?
- Schlauch: Ist er dicht, knickfrei und im druckbelasteten Bereich ausreichend druckfest?
- Rückschlagventil: Stimmt die Flussrichtung und sind nicht unnötig mehrere Ventile hintereinander eingebaut?
- Blasenzähler: Sind dort bereits Blasen sichtbar?
- Diffusor: Ist er gewässert, sauber und für den vorhandenen Arbeitsdruck geeignet?
- Aquarium: Werden die Blasen beziehungsweise das gelöste CO₂ ausreichend verteilt?
Wichtig ist dabei, immer nur eine Sache nach der anderen zu verändern.
Werden gleichzeitig Arbeitsdruck, Blasenzahl, Diffusorposition und Strömung geändert, lässt sich anschließend kaum noch erkennen, was das eigentliche Problem war.
Wann sollte eine CO₂-Anlage außer Betrieb genommen werden?
Einige Probleme sollten nicht durch weiteres Ausprobieren im laufenden Betrieb gelöst werden.
Die CO₂-Zufuhr sollte zunächst geschlossen werden, wenn beispielsweise:
- eine größere Undichtigkeit festgestellt wird,
- ein Flaschenanschluss oder Gewinde deutlich beschädigt ist,
- eine benötigte Dichtung fehlt oder beschädigt ist,
- ein Schlauch auf der druckbelasteten Seite wiederholt abrutscht,
- der Druckminderer ungewöhnlich reagiert,
- CO₂ unkontrolliert austritt.
Bei einem stärkeren CO₂-Austritt sollte der Raum gut gelüftet werden.
CO₂ ist farb- und geruchlos und schwerer als Luft. Bei größeren Mengen kann es sich besonders in schlecht belüfteten tieferen Bereichen stärker anreichern und dort Atemluft verdrängen.
Kann eine größere Undichtigkeit nicht gefahrlos gestoppt werden, steht der Eigenschutz an erster Stelle.
Fazit: Nicht am Feinnadelventil anfangen, sondern an der Flasche
Die meisten CO₂-Probleme lassen sich wesentlich schneller lösen, wenn die Anlage systematisch von der Flasche bis zum Diffusor geprüft wird.
Kommt überhaupt kein CO₂ an, liefert bereits das Flaschendruck-Manometer einen wichtigen ersten Hinweis. Werden bei normaler Raumtemperatur beispielsweise ungefähr 50 bis 60 bar angezeigt, ist noch CO₂ vorhanden und bei einer klassischen Mehrwegflasche liegt der Flaschendruck bereits am Druckminderer an.
Bei klassischen Soda-Schraubzylindern kommt ein zusätzlicher Fehlerfall hinzu: Ist der Druckminderer nicht weit genug aufgeschraubt, kann das Zylinderventil nur unzureichend geöffnet werden. Typisch ist, dass die Anlage zunächst funktioniert und später scheinbar plötzlich kein CO₂ mehr liefert.
Danach werden Arbeitsdruck, Magnetventil und Feinnadelventil kontrolliert. Anschließend folgen Schlauch, Rückschlagventil, Blasenzähler und Diffusor.
Nach dem morgendlichen Öffnen des Magnetventils ist eine Verzögerung bis zu den ersten Blasen am Diffusor normal. Hinter dem Magnetventil muss sich zunächst wieder genügend Druck aufbauen. Wie lange das dauert, hängt vom Aufbau der jeweiligen Anlage ab.
Bleibt dagegen der Dauertest blau, obwohl der Diffusor arbeitet, sollte nicht automatisch immer mehr CO₂ zugegeben werden. Neben der tatsächlichen Dosierung spielen auch Reaktionszeit des Dauertests, Diffusorposition und Wasserströmung eine wichtige Rolle.
Eine ungewöhnlich schnell leere Flasche weist häufig auf eine Undichtigkeit hin. Springt ein CO₂-Schlauch vom Anschluss, sollte nach dem Drucklosmachen nicht einfach das bereits geweitete Schlauchende wieder verwendet werden. Ein kleines Stück sauber abschneiden, den Schlauch erneut vollständig aufstecken und anschließend sicher befestigen.
Und genauso wichtig: Nicht jedes Pflanzen- oder Algenproblem ist automatisch ein CO₂-Problem. Licht, Nährstoffe, Strömung und Pflanzenmasse gehören immer mit zum Gesamtbild.
Wer die Anlage Schritt für Schritt überprüft und Einstellungen nur einzeln und in kleinen Schritten verändert, findet die Ursache in der Regel deutlich schneller und kann die CO₂-Versorgung anschließend wieder stabil einstellen.